Aus der Geschichte

Lukas

Keiner hat die Weihnachtsgeschichte so anschaulich und so bewegend beschrieben wie der Evangelist Lukas. Er ist zugleich derjenige, der besonders eindringlich Jesu Zuwendung zu den Armen in seinem Evangelium darstellt. Jesus ist für ihn der Retter der Verlorenen, der Entrechteten und der Verfolgten. Lukas beschreibt, wie Jesus von Armen umge­ben war und die Reichen immer wieder zur Umkehr aufgefordert hat. Wer Besitz hat, muss bereit sein, die zu unterstützen, die in Not sind. Auch nach 2000 Jahren ist dies eine provozierende Botschaft. Die Botschaft des Evangeliums hat unmittelbare Konsequenzen für die soziale Ordnung in der Welt, davon war Lukas fest überzeugt.

Für viele Arme und Verfolgte ist das „Magnifikat", Marias Lobgesang, zu einer Botschaft der Hoffnung geworden.

Und Maria sprach:

Meine Seele erhebet den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilands;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Namen heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößt die Mächtigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
wie er geredet hat zu unseren Vätern.

(Lukas 1, 46-55)

Diese Botschaft, wie sie Lukas überliefert, ist auch für unsere Gemeinde ein Auftrag zur Umkehr. Lukas beschreibt Jesus als Gast, der bei den Menschen einkehrt und ihnen das Heil bringt. Der Gast aber zieht weiter, „denn wir haben hier keine bleibende Stadt". Lukas stellt uns in diese Tradition des Unterwegsseins, als eine Gemeinde, die immer wieder bereit zum Aufbruch ist. Deshalb ist es ein wichtiges Symbol, das die Lukaskirche an ein Zelt erinnert.

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